Am 03.05.2017 fuhren die Erdkunde-Kurse von Frau Obdenbusch (bilingual) und Frau Baum-Bender zu der Braunkohle-Abbaustelle Garzweiler II.

Um 07.25 trafen sich beide Kurse mit den Lehrerinnen auf dem Schulparkplatz um dann die halbstündige Fahrt bis nach Garzweiler II anzutreten. Da beide Kurse dieses Thema im Unterricht bearbeitet hatten, konnten die Schülerinnen und Schüler sich schon eine vage Vorstellung machen, wie es in dem Tagebau aussieht und was später auf sie zukommen würde.

Endlich an dem RWE Sitz angekommen, ging es auch direkt in das Informationszentrum, wo eine Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit direkt einen kurzen Einblick in den Konzern RWE und den Tagebau Garzweiler II gab. Sie erklärte die momentane Situation und die gewünschte Zukunft des Tagebaus und bot, dank eines Querschnittmodels, einen Einblick in den Tagebau. Kurz darauf ging es auch direkt mit dem Bus in den Tagebau hinein.

Als erstes ging unsere Begleiterin auf die zum Schutz dienenden Bäume und Pflanzen ein und auf die Frage warum manche Arten von Bäumen nicht vermehrt als Schutz eingesetzt werden. Weiter ging es mit den Transportmitteln, die innerhalb des Tagebaus eingesetzt werden. Die intern verwendeten Züge, die z.B. die Kraftwerke, auch BoA I/II genannt, beliefern, können bis zu 20.000 T Kohle transportieren, was bedeutet, dass ein Wagon bis zu 1.000 T Kohle aufnehmen kann. Diese Wagons brauchen 1 min um komplett befüllt zu werden, dies bedeutet, dass ein Zug innerhalb von 15 min mit Kohle befüllt wird.

Ein weiteres Thema, was angesprochen wurde, war der Abriss der Autobahn A44, die dadurch, dass sie durch den geplanten Tagebau verläuft, vollständig abgebaut und durch die A44n ersetzt werden soll. Außerdem wird die A61 wiederaufgebaut, da der Tagebau weiterzieht und somit die Strecke der A61 wieder freigelegt wird.

Außerdem informierte sie uns über die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten, die RWE in dem Tagebau zu bieten hat.

Weiter ging es mit den detaillierten Beschreibungen bezüglich der verwendeten Bagger. Ein Bagger, der 8.000 T wiegt, gilt zum Beispiel als Leichtgewicht und die Planung und der Bau eines einzelnen Baggers beläuft sich auf ca. 5 Jahre. Zudem wird ein Bagger ungefähr 60 Jahre genutzt, wovon er 50% der Zeit für Reparaturen stillsteht.

So ein Bagger kann bis zu 150 Millionen Euro kosten und braucht 4 Personen, damit mit ihm gearbeitet werden kann.

Weiter ging es zu den Förderbändern, die bis zu 30 km/h schnell und 5 km lang sein können. Diese befinden sich in dem ganzen Tagebau, um die Kohle zu den Zügen zu transportieren. Außerdem treffen sich alle Förderbänder an einem bestimmten Punkt, der auch Bandsammelpunkt genannt wird, um den sich der gesamte Tagebau dreht, da es teurer wäre einen neuen zu erbauen.

Zudem erzählte unsere Expertin, dass sich der komplette Tagebau Garzweiler II jeden Tag um 1m verschiebt und somit auch vergrößert.

Der letzte Punkt der Führung war die Besichtigung einiger umgesiedelter und gerade umsiedelnder Dörfer. Die Grundstücksvergabe und der Auszahlungsmodus an die jetzigen Besitzer wurde erklärt und wie RWE mit Nachklagen oder Konflikten umgeht.

Außerdem durften die Schülerinnen und Schüler, als erster Jahrgang, ein gerade umsiedelndes Dorf besichtigen und eine Umfrage an die „NOCH“- Bewohner starten. Diese wurden dann mit den Lehrkräften entweder im Bus oder im Unterricht ausgewertet.

Dann ging es mit den beiden Kursen in das erhaltene Dorf Alt Kaster. Dort sollten die Schülerinnen und Schüler nach bestimmten Objekten und Gebäuden Ausschau halten und das Dorf ein wenig erkunden. Danach hatten alle ein wenig Freizeit, um sich für die Rückfahrt einzudecken und den Ausflug ausklingen zu lassen.

Am 13.06.2017 machten dann auch die zwei Erdkunde-Kurse von Herrn Dahlmann diesen Ausflug in den Tagebau Garzweiler II.

Maya Dupré (Text)
Tom Schmanke (Fotos)