Die in zwei Teile getrennte Verlegung begann auf der Hochstraße mit der Verlegung eines Steines für Isaak Kaufmann. Zu Beginn der Verlegung spielte ein Teil von uns, ein Celloquartett bestehend aus Jan Michael Klaus (Q2) und drei weiteren Mitgliedern seines Celloorchesters in Begleitung von Sandra Fiethen (Q2) das Lied “Es brennt Brüder” vor. Das Lied stammt aus einem alten Ghetto und diente als Einstieg in die Thematik. Es folgte das Grußwort des Bürgermeisters von St. Tönis Thomas Goßen und eine Rede von Guido Beckers, einem Mitglied des Heimatbundes. Während Gunter Demnig, der Künstler, der das Projekt Stolpersteine ins Leben rief, den Stein für Isaak Kaufmann verlegte, trug Nina Le Thi (Q1) die Biographie vor und gab so allen Zuhörenden einen Einblick in das Leben dieses Mannes.

IMG 5878Anschließend gingen wir mit allen, die gekommen waren um an diesem Tag mit uns den Menschen zu gedanken, zu dem zweiten Gebäude, vor dem an diesem Tag weitere Steine verlegt werden sollten. Vor Ort wurden während der Verlegung vier neuer Steine auch die Biographien der Personen vorgestellt. Von Natalie Heidenfels (Q2), Jan Michael Klaus (Q2), Madeleine Klaus (EF) und Nina Le Thi (Q1) durften wir etwas über das Leben von Siegfried, Paula, Hans und Kurt Romberg, die zuletzt freiwillig in der Kaiserstraße 2 gelebt hatten, erfahren. Auf eine gemeinsame Niederlegung von weißen Steinen von allen Anwesenden als Zeichen der Unendlichkeit folgte das Lied “I was here” von Beyoncé, an diesem Tag gesungen von Madeleine Klaus (EF) und auf dem Keyboard begleitet von Luca Németh (Q1). Das Lied, in dem es um den Wunsch nach einem erfüllten und glücklichen Leben geht, diente als Einleitung in die darauffolgende Rede von Natalie Heidenfels (Q2) und Sandra Fiethen (Q2).

In dieser Rede wurde besonders hervorgehoben, was wir mit diesen Verlegungen erreichen wollen: Einerseits die Erinnerung an die Menschen, die damals verfolgt wurden, aufrechterhalten, zugleich aber auch ein Zeichen setzen. “[...] Ein Zeichen gegen Hass. Ein Zeichen gegen Ausgrenzung. Ein Zeichen gegen Rassismus. Ein Zeichen für Zusammenhalt. Ein Zeichen für Gleichheit. Ein Zeichen für Frieden. [...]” (Rede von Natalie Heidenfels und Sandra Fiethen 27.05.2019).

Als runder Abschluss der Verlegung folgte ein zweites Lied aus dem Ghetto, gespielt von dem Celloquartett und begleitet von Sandra Fiethen (Q2), mit dem Namen “Margariten (Sag mir)”.IMG 5997

Um allen Anwesenden ein Andenken an diese Veranstaltung mit auf den Weg zu geben und zu erreichen, dass sie sich auch Zuhause noch an das Zeichen erinnern, dass wir mit dieser Verlegung setzen wollen, erhielt jeder von uns am Ende einen von Hand gefalteten Schmetterling, der schon während der Verlegung immer wieder als Zeichen der Freiheit und Selbstentfaltung genutzt wurde.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir als Arbeitsgemeinschaft sehr glücklich sind, dass alles so reibungslos funktioniert hat und wir hoffen, dass wir es geschafft haben, ein nachhaltiges Zeichen zu setzen.

Sandra Fiethen (Q2)